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„Lesen ist für mich so wichtig wie das Essen oder das Atmen“

Bei Kai Herdis Lösche ist die Sache recht eindeutig: Bücherliebe ist vererbbar! Ihre schwedische Großmutter war Buchhändlerin, ihre Mutter schreibt Romane und Sachbücher, und sie selbst ist seit frühester Kindheit dem Lesen verfallen. „Ein Leben ohne Bücher? Unmöglich!“, meint die 35-Jährige. „Lesen ist für mich so wichtig wie das Essen oder das Atmen.“ Kaum kann die kleine Kai Buchstaben zu Wörtern zusammenfügen, fährt sie samstags mit den Eltern von Süderlügum an der dänischen Grenze nach Niebüll in die Stadtbibliothek, schleppt Arme voller Bücher heim. Jeder Pfennig Taschengeld geht für Lesestoff drauf, zu Weihnachten und Geburtstagen stehen Bücher auf der Wunschliste.

Ihre erste Heldin heißt Pippi Langstrumpf. Darauf folgen die Bücher von Enid Blyton, Jungmädchenromane, in denen Pferde vorkommen, und mit fünfzehn Harry Potter auf Englisch – „eine therapeutische Maßnahme meiner Großmutter zum Sprachenlernen“, sagt sie heute. „Der Herr der Ringe“ hat sie dann vollends überzeugt: „Dass ich Bücher zum Beruf machen würde, war mir sonnenklar.“ Und sie hat es eilig damit: In der 13. Klasse bricht sie die Schule ab, startet eine Lehre in einer inhabergeführten Buchhandlung in Bad Oldesloe. „Die Kunden kannte ich bald alle mit Namen. Als Landei war das schön für mich!“ Nach der Lehre bewirbt sie sich bei Thalia und arbeitet 7 Jahre in einer Filiale in der Bremer Innenstadt. „Der größte Unterschied dort war die unglaubliche Menge von Menschen – und natürlich das fantastisch breite Sortiment an Büchern.“ Sie gewöhnt sich rasch an den Herzschlag der Großstadt. Vor zwei Jahren hat sie schließlich die Filialleitung im Thalia Roland-Center übernommen. „Meine Liebe zu Jugendliteratur mit dem Schwerpunkt Fantasy habe ich mir erhalten.“

Ab und an muss es aber auch mal ein richtig brutaler Thriller sein. In ihrer Wohnung stapeln sich die Büchertürme, kein Zimmer ohne volle Regale, nach Farben sortiert. Wenn der Staubsauger nicht mehr durchkommt, wird aussortiert. Die Kisten stellt sie dann an die Straße. „Ist doch toll, wenn ich damit jemandem eine Freude machen kann. Und vielleicht verändern meine Bücherspenden ja ein Leben.“

4 Tipps zu Jugendbüchern

Klassiker: Astrid Lindgren, „Pippi Langstrumpf“: stark und loyal. Frances Hodgson Burnett, „Der geheime Garten“: was zum Träumen. Tove Jansson, „Die Mumins – Eine drollige Gesellschaft“: zauberhaft plus abenteuerlich.

Fantasy: Armand Baltazar, „Timeless – Retter der verlorenen Zeit“: zum Abtauchen in eine neue Welt. Kai Meyer. „Die Spur der Bücher“: Bücher entwickeln ein magisches Eigenleben. Taran Matharu, „Die Dämonen akademie – Der Erwählte“: hinreißend spannend.

Detektiv: J. Chambliss Bertman, „Mr Griswolds Bücherjagd“: clevere Jagd durch die Literaturwelt. K. Woodfine, „Kaufhaus der Träume“: charmanter Mix aus Historie und Krimi. A. Steinhöfel, „Rico, Oskar und die Tieferschatten“: Mit den Jungs wären alle gern unterwegs.

Grusel: Shane Hegarty, „Darkmouth. Der Legendenjäger“:  rasant-gruseliges Abenteuer. Jonathan Stroud, „Lockwood & Co.“: unheimlich spannend.